World of Warships Test: Es knallt ordentlich auf dem Ozean

Und? Wie ist es? Ist es besser als World of Tanks? Unsere Gegenfrage darauf lautet: Magst du Äpfel und Birnen? Wenn ja, dann wirst du beide Spiele mögen. Klar ist, dass bis auf das Spielprinzip, bei dem bis zu 15 gegen 15 Spieler in zwei Teams gegeneinander antreten und sich kaputt schießen oder bestimmte Zonen einnehmen müssen, diese beiden Vertreter der Kriegsspiele nichts miteinander gemein haben.

Ok, der Publisher beider Titel heißt Wargaming, das kommt noch hinzu. Ansonsten unterscheiden sich World of Warships und World of Tanks doch in wohltuender Art und Weise und können so wunderbar nebeneinander bestehen, ohne dass es Grabenkämpfe geben muss, welches denn nun das bessere „World-of-Spiel“ ist. Da dies nun geklärt ist, können wir uns den wirklich wichtigen Dingen widmen: Macht es Spaß?

Beispiel für einen "Dicken Pott", die New Mexico der Amerikaner

Von flinken Kuttern und dicken Pötten

Wie ein Schwertfisch durchschneidet unser Zerstörer die Fluten. Ruhig liegen die Torpedos in ihren Rohren und warten darauf, lautlos ins Wasser zu gleiten, um ihre Zerstörungswut am nahenden Schlachtschiff zu entfesseln. Langsam und vollkommen unbemerkt nähern wir uns auf wenige Kilometer, nur ein Zischen ist zu hören, als wir unsere tödliche Fracht abwerfen und sogleich kehrt machen. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der gegnerische Kapitän den Braten nicht bereits gerochen hat und rechtzeitig den Kurs ändert. Bange Sekunden vergehen, er scheint nichts gemerkt zu haben und – gnihihihihi – mit großem Getöse wird die Stahlwand seines schwerfälligen Kolosses aufgerissen. Langsam, ganz langsam wird er nun untergehen. Wir haben kein Erbarmen.

Zerstörer muss man mögen. Derzeit ist es unsere bevorzugte Klasse, da wir diese hinterhältigen Taktiken mögen und gerne aus dem Verborgenen agieren. Das haben diese kleinen Schiffe einfach meisterlich drauf! Wen es stört, dass sie kaum direktes Feuer aushalten und vom Dauerfeuer der Kreuzer zum Frühstück verputzt werden oder fast wehrlos sind gegenüber Flugzeugen, der sollte lieber einen anderen Weg einschlagen. Zum Beispiel Flugzeugträger. Hier kann man schön im Hintergrund bleiben, sich komplett aus direkten Konfrontationen raushalten und eine Fliegerstaffel nach der anderen mit Torpedos oder Bomben losschicken. Aber wehe die Gegner kommen in Schussreichweite, dann befehlt dem Trommler Rammgeschwindigkeit, aber in die entgegengesetzte Richtung. Wer auf das große Badabumm aus ist, der klemmt sich hinter das Ruder eines Schlachtschiffes, das zwar auf dem Papier die besten Überlebenschancen hat, aber durch seine geringe Geschwindigkeit und Trägheit dann doch für Torpedos ein gefundenes Fressen ist. Aber wehe die Granaten treffen kritisch, dann sind selbst Kreuzer nur ein One-Hit-Wonder.

Die Balance ist aus der Balance

Kritisch in jedem Mehrspielerspiel mit unterschiedlichen Klassen ist immer die Ausgeglichenheit der Stärken und Schwächen. Im Grunde sind Entwickler ständig damit beschäftigt, Vorteile auszumerzen oder Nachteile nachzubessern. Auch in World of Warships hat sich seit der geschlossenen Betaphase einiges getan, leider zum Vorteil der Flugzeugträger. Durch die Abschwächung der Flaks müssen die Teams schon ihre Flugabwehr bündeln, um die Menge an Flugzeugen abzuschießen. Leider meist ohne Erfolg. Zudem können Torpedos aus sehr geringer Entfernung abgeworfen werden, so dass selbst flinke Zerstörer ihre arge Not haben, rechtzeitig Ausweichmanöver einzuleiten. Oder um es kurz zu sagen: Flugzeugträger sind derzeit (Stand: Juli 2015) gerade in den höheren Stufen OP! Klar ist es zu Beginn die am langweiligsten zu spielende Klasse, aber mit jeder Stufe haben mehr Staffeln auf dem Träger Platz und somit steigt auch das Mikromanagement und der positive Stress. Gerade wenn das automatische Matchmaking einer Seite mehr Träger zugesteht, wird die Situation noch deutlicher. Hier wird Wargaming noch viele Hausaufgaben machen müssen.

Auf Seite 2 des Tests findet ihr die World of Warships Bewertung und das Fazit.

World of Warships Bewertung

Grafik:Wenn die Schiffe Salven abfeuern, dann sieht man den Druck aus den Rohren entweichen und das Wasser wegdrücken. Toller Effekt. An den Schiffen selbst und dem toll dargestellten Wasser gibt es nichts zu meckern. Nur die Vegetation auf den Inseln sieht arg karg aus.
Sound:Eigentlich ist es ziemlich still auf dem Wasser. Die Motoren sind kaum zu hören. Nur wenn das Geballer losgeht, dann wird eine mächtige Klangkulisse geboten. Die Musik ist episch, wurde von uns trotzdem relativ schnell stumm geschaltet.
Umfang:In die offene Beta ist World of Warships mit zwei Nationen (Japan, USA) und vier Klassen gestartet. Für den Anfang vollkommen ausreichend und wie wir Wargaming kennen, wird es kontinuierlich Nachschub geben.
Spielspaß:Seeschlachten folgen ihren eigenen Gesetzen und so werden sich alte Haudegen, die von den Panzern wechseln, erst einmal umstellen müssen. Dennoch macht das Spiel riesigen Spaß!
Free-to-Play-Balance:Was kann man kaufen? Premium-Accounts, die mehr Geld und Erfahrung nach Gefechten bieten. Premiumschiffe, die mehr Geld, aber ansonsten keine spielerischen Vorteile bringen und Verbrauchsmaterialien. Nichts, was die Balance im Spiel empfindlich stört. Nicht einmal Premium-Munition, die besser oder härter trifft, wurde bisher eingebaut.
Pro
Tolle Schlachtatmosphäre
Vier Klassen, die sich sehr unterschiedlich spielen
Sehr gute Grafik im Bereich Wasser- und Schiffdarstellung
Anfänger werden behutsam in die Materie eingeführt durch Tutorials und langsam hinzukommende Features
Contra
Noch wenig Abwechslung bei den Karten
Darstellung der Inseln und Landschaften monoton
Balance von Flugzeugträgern schwierig
Matchmaking-Ergebnisse ab und zu fragwürdig

5/5 Sterne

Fazit

Im Prinzip haben die Entwickler sehr viel richtig und sehr gut gemacht. Es fühlt sich fast schon majestätisch an, wenn man das erste Mal mit einem Schlachtschiff in See sticht und diese mächtigen Kanonen abfeuert. Oft wurde in World of Tanks der Sound der Panzer moniert. In World of Warships gibt es in der Hinsicht nichts zu meckern. Wer die Bässe ein wenig verstärkt, der wird mit einem ordentlichen Donnern belohnt. Toll. Auch vom Spielgefühl ist vieles sehr gut gelungen. Man möchte selbst am Steuerruder drehen, wenn sich das Dickschiff mal wieder träge Richtung Steuerbord bewegt, jedoch diese verdammten Torpedos bereits viel zu nah sind. Auch immer wieder schön, wenn die Granaten mehrere Sekunden unterwegs sind, um dann im hohen Bogen direkt auf der Brücke des Gegners einzuschlagen. Diese Geschütze sind nie in der Lage gewesen, per Zielfernrohr genau ins Schwarze zu treffen. Deshalb hat es fast mit Glückspiel zu tun, ob und wo wir treffen. Aus 20 Kilometern kann man eben nicht immer zielgenau einschlagen. Viel Arbeit werden die Entwickler noch mit der Balance der Flugzeugträger und mit der Verbesserung des Matchmaking-Systems haben. Hier sehen wir aktuell die größten Schwachstellen. Ansonsten bekommt ihr ein Spiel, das bereits in der Open Beta Phase eine tolle Atmosphäre und eine niedrige Lernkurve bietet. Klare Spielempfehlung.

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