World of Warships: Schwere Schiffe, schöne Schaumkronen – Angezockt auf der gamescom

Eines der meist erwarteten free-to-play Games derzeit ist Wargamings Seekriegsspiel. Drei Jahre nach der allerersten Ankündigung ist World of Warships immer noch nicht live. Auf der diesjährigen gamescom konnten Messebesucher zumindest einen Blick auf den Titel werfen, der ansonsten nur ausgesuchten Teilnehmern im Alpha-Test zugänglich ist. Die Closed Beta, zu der wesentlich mehr Interessierte zugelassen werden sollen, ist noch für dieses Jahr geplant. Unsere Redakteure Nadine und Stephan haben die Gelegenheit genutzt und sich mit den Entwicklern zusammengesetzt, um erstens eine Präsentation des aktuellen Entwicklungsstands zu erhalten und zweitens selbst Hand anlegen zu können. Speziell für die Spielemesse wurde eine eigene Kampagnenmission erstellt, in der wir gegen den Computer antreten. Soll heißen: Kein PvP in World of Warships auf der gamescom. Dafür jedoch eine Eskortierungsmission, in der wir mehrere Wellen an Gegnern versenken müssen, damit unser Zielobjekt unbeschadet den sicheren Hafen erreicht. Unser Szenario entführt uns in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, in dem wir das japanische Schlachtschiff Nagato durch den Pazifik steuern. Der Riese im Teich ist zwar unglaublich stark, dafür aber nicht wirklich manövrierfähig. Wendemanöver können mal eben eine Minute dauern, da heißt es vorausdenken, wollen wir nicht Land oder andere Verbündete rammen. Dafür ist gegen die vier schweren Geschütze der Nagato quasi kein Kraut gewachsen. Und bis wir als Schlachtschiff in dieser Mission untergehen, muss schon sehr viel passieren. Dabei verfügt die Flotte unseres Feindes über ein breites Arsenal. Die ungepanzerten Zerstörer beispielsweise sind schnell, wendig und im Nahkampf gefährlich, als computergesteuerte Gegner aus der Ferne geben sie aber bestenfalls Schießbudenfiguren ab. Auch die Yahama-Kreuzer können mit Torpedos ordentlich Ärger machen, gesehen haben wir davon aber nur wenig. Die Schlachtkreuzer in einer nächsten Welle waren für uns genauso wenig eine Herausforderung, trotz besserer Manövrierfähigkeit und ähnlicher Bewaffnung im Vergleich zu unserem Schlachtschiff. Mit der richtigen Munition ist schnell für Ruhe gesorgt.

Vier fette Geschütze machen die Nagato zur schwimmenden Festung auf dem Wasser.

Stephans Eindruck

Closed Alpha, okay. Wargaming kann seine Entwicklungsphasen nennen, wie es will. Was mir der Spielbetreiber da vorsetzt, sieht jedenfalls grafisch beeindruckend aus und zeigt, dass die 180 Leute, die mittlerweile an World of Warships arbeiten, in der Vergangenheit nicht untätig waren. Realistische Wasserbewegungen und Detailtreue in den Schiffsmodellen, dazu Lichteffekte, Feuer und Explosionen – optisch ist das Spiel eine Augenweide. In Sachen Gameplay hingegen sieht’s noch nicht so rosig aus (auch wenn die vorgestellte gamescom-Version nur bedingt etwas über den Stand der Alpha an sich aussagt): immer noch kein PvP, gerade mal eine vorgefertigte Mission gegen den Computer. Da hätte ich mehr erwartet. Lenken und Schießen mit wenigen Tasten ist toll, aber auch langweilig, wenn ich höchstens mal die Munitionsart zu wechseln brauche, um noch mehr Schaden zu machen. In dem 15-Minuten-Szenario an Bord der Nagato brauchte ich eigentlich nur warten, bis die Geschütze ausgerichtet sind und dann draufzuhalten. Zielhilfen und Luftunterstützung, die es ermöglicht, auch hinter Berge zu blicken und gegnerische Schiffe anzuvisieren, nehmen jegliche Arbeit ab. Selbst das Feuer an Bord wird mit einem Klick binnen weniger Sekunden gelöscht. Natürlich kann ich in World of Warships schon jetzt noch viel mehr machen – Stichworte: Flugzeuge vom Himmel holen, gut getimte Salven oder koordiniertes Agieren im Verband – aber wenn's so auch geht ... Klar, sobald ich gegen andere Spieler in den Krieg ziehe, sieht das gleich ganz anders aus. Dann kommt mit Sicherheit wesentlich mehr Schmackes in die Sache. Auch ein etwas mobileres Schiff sorgt bestimmt für mehr Action auf hoher See. Genau das hätte ich gerne auf der gamescom gehabt. (Update: Es gab auch andere Schiffsklassen auf der Messe, nur in der Präsentation von Wargaming war die Nagato das Schiff der Wahl.) Potenzial für Spannung ist jedenfalls da, die vorgestellte Version ist aber meinen hohen Erwartungen nach drei Jahren des Wartens nur bedingt gerecht geworden.

Die Geschütze lassen sich auch zeitversetzt abfeuern, um Nachladeintervalle zu verkürzen.

Nadines Eindruck

Schiffe fahren? Naja. Kriegsschiffe fahren? Hört sich schon spannender an. So ganz konnte ich mir nichts unter World of Warships vorstellen, doch nachdem ich die erste Mission gespielt habe, bin ich mehr angetan als zuvor gedacht. Für eine Alpha-Version fällt einem sofort auf, dass die Spielwelt sowie die Schiffe selber unglaublich gut aussehen. Texturen sowie Lichteffekte sitzen an Ort und Stelle, das Wasser ist immer in Bewegung, die Atmosphäre perfekt. Mein erster Eindruck: Wow. Geht es um die Steuerung der Meeresriesen, dann muss ich einfach sagen, dass Wargaming einen guten Job gemacht hat. Ich hatte die ganze Zeit tatsächlich ein Gefühl der Schwere des Schiffes und es hat sich seiner Größe entsprechend langsam bewegt. Natürlich war ich im ersten Moment genervt und wollte, dass alles schneller geht. Doch das würde nicht zu so einem riesigen Schlachtschiff passen. Allerdings war es in der kurzen Zeit nicht möglich sich die komplette Tastenbelegung anzuschauen. Zwar hat mir das Übersichtsblatt verraten, dass da noch mehr Funktionen im Kriegsspiel versteckt sind, aber in 15 Minuten diese zu lernen wäre aussichtslos gewesen. Also habe ich mich auf das Wechseln panzerbrechender Munition und das Reparieren meines Schiffes konzentriert. Das Wichtigste am Spiel ist sicherlich, sich in die richtige Position zu bringen, damit man alle Geschütztürme abfeuern kann. Ich bin leider anfangs zu schnell zu weit gefahren, weshalb ich außer Reichweite der feindlichen Schiffe war und erst einmal drehen musste. An diesem Punkt war mir klar, dass man bei World of Warships sehr taktisch vorgehen muss. Gerade die großen Schiffe von Stufe fünf bis acht sollten lieber weiter hinten und langsamer fahren, da sie eine große Reichweite haben und so dem Feind nicht hilflos ausgeliefert sind. Außerdem hat man die Möglichkeit, mittels Knopfdruck seine eigenen Flugzeuge loszuschicken, die sich dann selbstständig Dog Fights mit den Gegnern liefern. Alles in allem war ich vom aktuellen Entwicklungsstand des Spiels beeindruckt. Es hat mir Spaß gemacht und ich hätte gerne noch eine Runde gespielt, in der ich das Gelernte anwende. Allerdings hat man auch gemerkt, dass noch so einiges im Spiel fehlt. So gab es nicht einmal die übliche Vergleichsstatistik am Ende, die mir gezeigt hätte, wie gut oder schlecht ich im Vergleich zu meinen Mitspielern war.

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