Shakes and Fidget Test: Comic-Rollenspiel im Browser

Shakes and Fidget ist eine sehr humorvolle Comicreihe. So viel steht fest. Die große Frage ist, ob Playa Games es gelungen ist, den Humor in das passende Browsergame Shakes and Fidget - The Game zu übertragen. Wir haben das für euch nachgeprüft und das Rollenspiel ausgiebig getestet.

Story:

Die Comicserie Shakes and Fidget treibt seit 2007 ihr Unwesen im Internet. Ursprünglich sollte die Fantasy-Welt eine Parodie auf World of Warcraft darstellen. Das bekannte MMORPG wurde dabei in zwei Staffeln (die „rote“ und „goldene“ Reihe) gehörig auf die Schippe genommen. World-of-Warcraft-Schöpfer Blizzard fand das weniger witzig und klagte auf Verletzung des Urheberrechts. Mit Erfolg: die komplette goldene Reihe verschwand aus dem Netz und auch Teile der roten Reihe wurden offline genommen. Die Zeichner von Shakes and Fidget mussten von nun an noch mehr ihre Fantasie bemühen und eine eigene Welt erschaffen. Das Ergebnis ist eine verrückte Fantasy-Welt, die auch Schaubühne des Browserspiels ist. In der Haut eines Helden erleben wir hier viele Abenteuer, während wir skurrilen Figuren dabei helfen, ihre abgedrehten Probleme zu lösen.

Test:

Eine echte Hintergrundstory gibt es nicht in Shakes and Fidget, aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Hier geht es offensichtlich um den Humor. World of Warcraft dürfen die Macher des Comics zwar nicht mehr zu offensichtlich kopieren, doch schon bei der Charakterauswahl erblicken wir einige wohl vertraute Rassen. Orks, Dunkelelfen und Zwerge finden wir auch bei Blizzards Rollenspiel. Allerdings wurde das restliche Setting und der Humor eher von einem berühmten Klassiker von Lucas Arts geklaut, respektive wurde Shakes and Fidget durch ihn „inspiriert“. Aber dazu kommen wir später, zunächst interessiert uns erst einmal die Spielmechanik.

Tutorial? Nein, danke!

Nachdem wir uns für eine der acht Rassen entschieden haben, bestimmen wir noch eine Charakterklasse für unseren Helden. Und kurz darauf finden wir uns auch schon auf den Straßen irgendeiner mittelalterlichen Fantasy-Stadt wieder. An alle relevanten Orte gelangen wir über diesen Bildschirm – sehr komfortabel. Noch bequemer und direkter können wir über die Menüpunkte am linken Bildschirmrand zu den Schauplätzen wechseln. Klar, dass es uns zunächst instinktiv in die Taverne zieht. Hier gibt es neben Bier, sehr stilecht einen zwielichtigen Ganoven in der Ecke und auch diverse Leute, die auf der Suche nach einem Helden wie uns sind. Groß angeleitet werden wir nicht. Und brauchen wir auch nicht, denn das Spielkonzept ist nahezu selbsterklärend und die Bildschirmmenüs sind übersichtlich gehalten. Wir rüsten unseren Charakter mit den verschiedenen Waffen, Rüstungen und Items aus, nehmen einen Auftrag an und schicken ihn auf Abenteuerreise. Im Gegenzug erhalten wir als Belohnung Erfahrungspunkte, Items und Geld. Das Geld stecken wir in noch bessere Ausrüstung, oder auch in die verschiedenen Attribute. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu Spielen mit einer ähnlichen Spielmechanik, wie zum Beispiel Cultures Online.

Geld regiert die (Fantasy-)Welt

Gleich vorweg: Damit meinen wir nicht, dass wir in Shakes and Fidget ordentlich zur (Echtgeld-)Kasse gebeten werden, um in dem Browsergame wirklich Spaß zu haben. Klar, es gibt auch hier eine Premiumwährung (Pilze genannt), mit der wir uns diverse Erleichterungen ermöglichen. Aber auch ohne Euros macht das Rollenspiel sehr viel Laune.

Virtuelles Geld müssen wir wiederum an allen Ecken und Enden ausgeben. Zum Kauf von Items sind wir das ja schon aus anderen Games gewohnt, auch für das Mieten von Reittieren (um Reisezeit zu sparen) haben wir erwartet, Gold auszugeben. Dass wir aber auch für den Erwerb von Fähigkeitspunkten die Geldbörse öffnen müssen, war ein wenig überraschend.

Wir steigen zwar auch auf ganz altmodische Weise in den Stufen auf, indem wir Erfahrungspunkte sammeln. Wollen wir aber gezielt die verschiedenen Bereiche (Stärke, Geschick, Intelligenz, Ausdauer und Glück) verbessern, werden Silber und Gold fällig. Ein Grund mehr, öfter im Pub rumzuhängen und den verzweifelten Leuten dort bei ihren Sorgen zu helfen.

Die Wahl der Qual

In der Taverne warten sehr unterschiedliche Leute auf uns: Orks, Prinzessinnen, Touristen. Sie verbindet nur die Tatsache, dass sie alle Probleme haben, die nur ein Held unseres Formats lösen kann. Und immer haben sie gleich drei verschiedene Aufträge für uns. Wir müssen also wählen, welchen wir erledigen. Manchmal lockt uns ein besonderes Item als Belohnung, manchmal eine besonders großzügige Menge an Geld, und ein anderes Mal reizen uns vielleicht besonders viele Erfahrungspunkte. Welchen der drei Quests wir letztlich auch nehmen, wir können immer nur einen der Aufträge annehmen. Beim nächsten Kneipenbesuch erwarten uns dann drei komplett neue Optionen. Ein weiteres Kriterium, das es bei der Missionsauswahl zu bedenken gilt, ist die Reisezeit. Eine jede Reise zum Zielort der Quest benötigt eine bestimmte Anzahl an Minuten. Zehn Minuten und mehr sind dabei keine Seltenheit. Wirklich beschäftigen können wir uns in der Wartezeit nicht – zumindest nicht innerhalb des Spiels. Wir können beim Waffen- und Magiegeschäft vorbeischauen und Items kaufen, und auch gerne noch schnell unseren Helden damit ausrüsten bevor der Kampf beginnt, aber sonst können wir außer warten nichts tun. Immerhin können wir die Reisezeit deutlich verkürzen, indem wir uns ein Reittier mieten. Außerdem werden uns während der Reisen sehr liebevoll gezeichnete Artworks präsentiert. Hier zeigen sich die großen Vorteile, wenn man eine Comicvorlage adaptiert.

Tolle Grafiken gepaart mit humorvollen Texten

Noch mehr als durch gute Spielbarkeit, begeistert Shakes and Fidget mit dem Humor. Das wird durch die schöne Comic-Grafik erreicht, die Hand in Hand mit sehr guten deutschen Texten geht. Liebhaber von Terry Pratchetts Scheibenwelt werden sich hier sicherlich wohl fühlen.

Aber noch mehr fühlen wir uns an Monkey Island erinnert. Ganz besonders beim Zeichenstil der Artworks im Reisebildschirm. Und der schmierige, dauergrinsende Verkäufer von Reittieren ist mit seinen zappelnden Gestiken eindeutig der Zwillingsbruder von Stan aus dem Adventure-Klassiker. Bleibt zu hoffen, dass Lucas Arts es nicht Blizzard gleich tut und auch mit Plagiatsvorwürfen vor Gericht zieht. Das wäre schade, denn Shakes and Fidget macht wirklich eine gute Figur und kann in der wichtigen Kategorie (Spiel-)Spaß voll punkten.

Doch wie sieht es in den Disziplinen „Abwechslung“ und „Langzeitmotivation“ aus?

Überschaubare Möglichkeiten, die lange beschäftigen

Wirklich Abwechslung gibt es zunächst nicht für uns. Wir schauen vollautomatischen, rundenbasierten Kämpfen zu – egal ob der Gegner ein „Problembär“ (NPC) ist, oder wir gegen andere Helden in der PvP-Arena antreten. Daneben können wir in der Taverne unsere Kröten in einem Hütchenspiel verzocken. Erst ab Level 10 wird der Menüpunkt „Dungeon“ aktiv und bringt ein paar neue Herausforderungen (die sich allerdings auch nur unwesentlich von den Quest-Fights unterscheiden). Zudem dürfen wir uns einer Gilde anschließen und darauf hoffen, dass wir in Chats auf viele Leute mit gutem Humor treffen.

Und was gibt es noch an Möglichkeiten? Nun, wir können Offline-Zeiten nutzen und unseren Helden arbeiten schicken. Jede Stunde bringt uns Gold und Erfahrungspunkte.

Ja, es gibt abwechslungsreichere Spiele, dennoch ist das Fantasy-Rollenspiel alles andere als öde.

Pro:

+ Schöne Comicgrafik + Sehr gute deutsche Texte + Sehr humorvoll + Übersichtliches Bildschirmmenü + Intuitiv spielbar + Authentisches Fantasy-Rollenspiel-Flair + Viele Quests + Spielspaß auch ohne Nutzung von Premiumwährung hoch + Sehr kreative Gegnernamen + Interaktion mit anderen Spielern durch PvP und Gilden

Contra:

- Wenig Abwechslung - Nur wenig Beschäftigungsmöglichkeiten während Reisezeit zu Quests - Minimalistische Sounduntermalung - Fantasy-Welt sehr inspiriert von Monkey Island und „Scheibenwelt“-Romane (Terry Pratchett) - Keine wirkliche Rahmenstory

Wertung:

Grafik: 85 von 100 Sound: 65 von 100 Einstieg / Handling: 85 von 100 Abwechslung / Spielspaß: 80 von 100 Originalität: 80 von 100

Gesamtwertung: 85 von 100

Fazit:

Shakes and Fidget ist eine sehr gelungene Adaption des bekannten Comics in ein klassisches Browser-Rollenspiel. Hier erwartet uns keine 3D-Live-Action, sondern eher statisches Klicken, allerdings ist der Humor wirklich köstlich und die 2D-Grafiken sehr liebevoll gezeichnet. Dadurch entfaltet sich eine ganz eigene Magie und animiert uns zum Weiterspielen. Das Spielprinzip ist zwar recht abwechslungsarm, dafür aber schnell erlernt, und vor allem durch das übersichtliche Bildschirmmenü intuitiv spielbar.

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