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Quatsch am Dienstag: USK zieht Konsequenzen aus dem Fall Uli Hoeneß

11.03.2014 um 17:56 Uhr von Carim Soliman in SpecialsSportFußball

Aufgrund des Prozesses gegen Uli Hoeneß unterzieht die USK mehrere Online-Manager-Spiele einer erneuten Jugendschutzprüfung.
Berlin - Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) plant eine umfangreiche Nachprüfung zahlreicher Spiele des Manager-Genres. Die Institution, die vor allem für die Alterskennzeichnung von in Deutschland vertriebenen Computerspielen verantwortlich ist, befürchtet eine Gefährdung der Entwicklung von Minderjährigen durch solche Spiele. Anlass für die späte Sorge sind die sich in den letzten Jahren häufenden Skandale um prominente Manager. “Anzahl und Ausmaß der kriminellen Aktivitäten durch und um Manager müssen zwingend die Frage aufwerfen, ob wir unsere Kinder mit so einem Milieu konfrontieren können”, argumentiert Willibald von Pütz, ein Sprecher der USK. “Wir lassen Grundschüler nicht GTA oder Call of Duty spielen, weil die darin dargestellte Gewalt sie verstören oder - noch schimmer - zur Nachahmung anregen könnte. Wir wollen nicht riskieren, dass andere Spiele das gleiche im Sinne von Wirtschaftskriminalität bewirken.”

Gibt es statt Killerspielen "Hinterzieherspiele"?

Eine erste Studie, die die Volkshochschule Berlin Marzahn-Hellersdorf im Auftrag der USK durchgeführt hat, unterstützt den Verdacht. Teilnehmer des Kurses “Westentaschensoziologie II” hatten ca. vier Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren beim Spielen des Titels goalunited beobachtet und verschiedene Experimente durchgeführt. Die Auswertung ist beunruhigend: 75 Prozent der Probanden nutzten jede von den Testern implementierte Möglichkeit, sich beispielsweise durch Cheats einen unlauteren Vorteil zu verschaffen. Die restlichen 25 Prozent konnten nicht gewertet werden, weil sie “statt zu spielen an der Maus gelutscht haben”. In einem weiteren Experiment versteuerten die Tester virtuelle Spielertransaktionen. Selbst Probanden, die nur einer Stunde Spielzeit ausgesetzt waren, reagierten extrem darauf.

Proband Jan-Torben erfährt, dass er für Ibrahimovic 7 Prozent (1,96 Mio Euro) Steuern abdrücken muss.

Von Pütz betont allerdings, dass es sich bei allen Maßnahmen um eine Untersuchung und nicht um ein Urteil handelt. Man wolle betroffene Games noch einmal und mit besonderem Augenmerk auf gefährliche Elemente untersuchen lassen. Kritisch sei alles, was zu unangemessenem Verhalten wie Steuerhinterziehung, Bezug von überdimensionierten Gehältern und Einflussnahme auf politische Prozesse anregt. Darüber hinaus zieht die USK eine Erweiterung des Katalogs generell verbotener Symbole in Betracht. Neben dem Hakenkreuz der NSDAP könnten in Zukunft also auch die Logos des FC Bayern München, der Zeitschrift “Emma” und der Deutschen Post der Zensur unterstehen.
Quelle: Phoenix Wright, Anwaltsass und Rechtsexperte von Quatsch am Dienstag
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