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Daybreak Game Company

Daybreak Game Company – Ein Spezialist für Online-Rollenspiele

Die Daybreak Game Company ist spezialisiert auf kostenlos spielbare MMORPGs und entstand Anfang 2015 durch den Verkauf an die Investmentgruppe Columbus Nova. Verglichen mit anderen Spielefirmen ist der Onlinespiele-Entwickler damit ein äußerst junges Unternehmen, aber mit einer sehr bewegenden Vorgeschichte. Denn Sony Online Entertainment (SOE), wie Daybreak Game Company vor der Umbenennung hieß, war verantwortlich für mehrere wegbereitende Titel in der Welt des Online Gamings. Übrigens genauso wie der Mutterkonzern für die Videospielbranche insgesamt.

Vom Reiskocher übers Radio zur Heimkonsole

Man muss kein Wirtschaftshistoriker sein, um zu erahnen, dass Sony Online Entertainment eine Tochtergesellschaft des Elektronik- und Medienriesen Sony ist. Der Unterhaltungselektronikhersteller wurde im zerstörten Tokio des Jahres 1947 von Ingenieur Masaru Ibuka und Physiker Akio Morita als T?ky? Ts?shin K?gy? Kabushiki Kaisha, kurz Totsuko, gegründet und stellte zuerst qualitativ fragwürdige Reiskocher her, die entsprechend ihrer Unzuverlässigkeit wenig Abnehmer fanden. Deshalb stieg man bald auf die Entwicklung und Herstellung von Unterhaltungselektronik um, mit dem ersten Transistorradio gelang der Durchbruch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erweiterte sich die Produktvielfalt stark und die beiden Japaner stellten von Fernsehern über tragbare Musikspielgeräte bis hin zu Computern fast alles her, was mit Elektrizität betrieben wird.

1993 wagte das Unternehmen schließlich den großen Schritt in die Videospielbranche: Nachdem man sich mit dem Videospielhersteller Nintendo nicht über die Bedingungen für eine Zusammenarbeit, bei der Sony für die Konsole SNES ein CD-Laufwerk entwickeln sollte, einig werden konnte, beschloss die Leitung die Entwicklung einer eigenen Konsole. Sony hatte bereits Erfahrung bei der Softwareentwicklung für Videospiele gesammelt und gründete die Tochterfirma Sony Computer Entertainment. Schon 1994 kam die erste von Sony entwickelte Konsole PlayStation auf den Markt, die mit 102 Millionen verkauften Einheiten die zweiterfolgreichste stationäre Konsole aller Zeiten ist. Übertroffen wurde sie dabei nur von ihrem ab November 2000 erhältlichen Nachfolger, der PlayStation 2, die geschätzte 150 Millionen Mal über die Ladentheke gereicht wurde.

Pionierleistungen auf dem Gebiet des Online Gamings

Trotz des großen Erfolges mit Heimkonsolen entschlossen sich die Japaner früh, ein Tochterunternehmen zu gründen, das auf Onlinegames spezialisiert ist. Es war die Geburtsstunde des Vorvorgängers der Daybreak Game Company: 1995 entstand aus der Zusammenarbeit von Sony Pictures Entertainment und Sony Corporation of America ein Studio namens Sony Interactive Studios America. Der Panzer-Ego-Shooter Tanarus erschien 1997 als erstes Spiel des Studios. Dessen damaliger Leiter und später langjähriger SOE-Präsident John Smedley, wurde anschließend mit der Forcierung der bereits laufenden Entwicklung eines MMORPG beauftragt, nachdem EAs Ultima Online großen Anklang fand.

„John Smedley ist ein Schlitzohr!“ (Carim Soliman (2014) im browsergames.de Wochenrückblick)

Das in Auftrag gegebene MMO-Rollenspiel erschien im März 1999 in Form von EverQuest, nachdem man das Studio 1998 in Sony Online Entertainment umbenannt hatte. (Es sollte nicht die letzte Umfirmierung werden, wie sich 2015 mit der Daybreak Game Company herausstellte.) Das Spiel wurde ein durchschlagender Erfolg: Schon ein halbes Jahr nach Release konnte die Firma 30.000 gleichzeitig spielende EverQuestler verbuchen, für damalige Verhältnisse eine beeindruckende Zahl. Der Grundstein war gelegt. 2000 folgte dann die nächste große Umstrukturierung der Tochterfirma von Sony. Der Entwickler Verant Interactive, der noch Wochen zuvor Star Wars Galaxies für LucasArts entwickelt hatte, wurde übernommen und in das Unternehmen eingegliedert. Bis 2004 veröffentlichte SOE mehrere über Jahre gut laufende Titel, unter anderem das Hack'n'Slay Champions of Norrath, den revolutionären Shooter PlanetSide sowie nach acht Erweiterungen des ersten Teils dann EverQuest 2. Nach einigen Jahren, die von Sequels, Erweiterungen und kleineren Titeln für Internet und das PlayStation Network geprägt wurden, erschien mit Free Realms im April 2009 eines der bis heute erfolgreichsten familienfreundlichen free-to-play Onlinegames. Schon nach 17 Tagen registrierten sich eine Million Spieler für die "freien Welten", nach weniger als einem Jahr waren es bereits 10 Millionen. 2010 geht mit der Facebook-Version des Karten-Strategiespiels PoxNora das erste Socialgame der „Sony Games“-Tochter auf Facebook online.

Außer Spielen nichts gewesen?

Im Laufe der Jahre hat der Vorgänger der Daybreak Game Company auch einige Projekte ins Leben gerufen, die nur indirekt mit Games zu tun haben. 2004 entstand die Plattform Station Players, in dem registrierte Spieler von SOE-Titeln detaillierte Charakterprofile, Item-Daten, Bildergalerien und anderen Content von EverQuest 2 einsehen können. Ein Jahr später schaffte der Onlinegame-Publisher mit dem Portal Platform Publishing eine Möglichkeit für kleinere Entwickler, ihre Spiele zu veröffentlichen. Zudem hat das Unternehmen mit Sitz in San Diego mehrere Auszeichnungen erhalten. Neben einem Emmy Award für Technologie & Entwicklung 2008 erhielt es im Jahr darauf, gemeinsam mit dem Plattenlabel Jive Records, einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde für das Veranstalten des ersten Konzerts, das gleichzeitig virtuell und in der Realität stattfand.

Die Musiker der Band The Dares hatten ein Konzert am SOE-Stand der E3 2009 gegeben, das simultan in Free Realms animiert wurde. Einen schweren Rückschlag musste die Tochter von Sony dagegen 2011 hinnehmen, als die Server des Mutterkonzerns gehackt und Daten von fast 25 Millionen Kunden der Onlinespielefirma entwendet wurden. Um ein breiteres Publikum zu erreichen, kooperierte die Onlinespieleschmiede von Sony im Januar 2012 mit ProSiebenSat.1 Games. Der Publisher des deutschen Medienriesen ProSiebenSat.1 übernahm nach und nach den europäischen Vertrieb aller von Sony Online Entertainment entwickelten Titel, wie zum Beispiel PlanetSide 2 und DC Universe Online. Das Unternehmen aus den USA fungierte damit auf dem europäischen Markt nur noch als Entwickler, bis 2014 eine Rolle rückwärts für die Rückkehr aller EU-Spieler auf Server des US-Unternehmens sorgte.

Sony Online Entertainment hatte vor der Umbenennung in die Daybreak Game Company alle kostenpflichtigen Onlinegames in free-to-play Titel umgewandelt oder kostenlos spielbare Versionen veröffentlicht. In Zukunft will sich der Publisher noch mehr auf kostenfreie Spiele konzentrieren.

Die wichtigsten Spiele der Daybreak Game Company

  • PlanetSide 2
  • EverQuest 2
  • H1Z1
  • DC Universe Online
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