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Forge of Empires Test: Der lange Weg Richtung Zukunft

29.01.2013 um 12:12 Uhr von Stephan Keller in TestStrategieSteinzeit

Forge of Empires

Forge of Empires

Spätestens seit dem weltweiten Siegeszug der "Age of Empires"-Reihe haben sich Strategiespiele, in denen wir uns von einem Zeitalter der Menschheitsgeschichte ins nächste vorarbeiten, eine kleine aber nicht mehr wegzudenkende Ecke im Regal vieler Gamer erobert. Eines der derzeit erfolgreichsten Browsergames dieses Genres ist Forge of Empires von InnoGames. Über fünf Millionen Spieler haben sich bislang für den Titel des Hamburger Spieleanbieters registriert und eine Karriere als Anführer einer Steinzeitsiedlung begonnen. Forge of Empires endet aktuell in der Kolonialzeit, mit dem Industriezeitalter soll die Reise durch die Geschichte aber im laufenden Jahr weitergehen. Auch bei uns in der Redaktion ist der ein oder andere seit Monaten im Spiel unterwegs und kämpft sich durch die Jahrhunderte.

Derzeit ist Forge of Empires noch in der Open Beta, einer frei zugänglichen Testphase. Nach wie vor treffen wir auch auf kleinere Grafik- und Textfehler, die das Spielgeschehen aber nicht beeinflussen. In den vergangenen Monaten ist viel passiert in Sachen Neuerungen, Grund genug, sich das Spiel einmal genauer anzusehen. Dabei sind wir den Fragen nachgegangen: Wie holprig ist der Ritt durch die Zeitalter? Werden wir von Jahrhundert zu Jahrhundert gepeitscht oder schlafen wir eher ein, auf dem Weg Richtung Zukunft? Wie umfangreich ist der Titel eigentlich, schließlich hat sich InnoGames nach eigenen Angaben viel vorgenommen mit Forge of Empires. Und nicht zuletzt, an wen richtet sich die Zeitreise eigentlich? Virtuelle Kriegsstrategen oder doch eher friedliche Händler und Wirtschaftsoptimierer?

Leichter Einstieg in ein komplexes Spiel

Knochendolche herstellen statt Mammuts jagen

Los geht’s, wir rocken die Steinzeit! Also, was liegt an? Mammuts jagen, Feuer in Höhlen machen oder Beeren sammeln? Nichts dergleichen. Hütten dienen uns als simple Wohnstätten. In der Jagdhütte können wir Pfeilspitzen und Knochendolche herstellen. Noch ehe wir uns richtig umgesehen haben, sind wir schon in der Bronzezeit angekommen. Nun gut, erwarten uns also höhere Aufgaben in einem neuen strahlenden Zeitalter. Ein Blick ins Forschungsmenü verrät, was uns demnächst beschäftigen wird: Die Kunst des Schmiedens und des Brauens erlernen wir ebenso wie das Reiten und den Bau erster Belagerungswaffen.

Mit Hilfe von Ragu Silvertongue, unserem ersten Questgeber, machen wir uns in der Bronzezeit mit den elementaren Spielfunktionen vertraut. Der Opa mit den buschigen Augenbrauen entpuppt sich als praktischer Ratgeber, der gemeinsam mit den anderen Tutorial-Figuren keine Fragen offen lässt. Jeder mit etwas Erfahrung aus anderen Online-Strategiespielen findet sich aber auch ohne Einweisung schnell zurecht. Gold, Werkzeuge und neue Bewohner werden gebraucht, um weitere Gebäude zu errichten. Eine zufriedene Bevölkerung ist wichtig für eine florierende Wirtschaft. Dekorationen in unserer Siedlung dienen genau diesem Zweck und zaubern ein Lächeln auf die Gesichter unserer Untergebenen. Benachbarte Sektoren können erkundet und erobert werden, um Zugang zu seltenen Gütern und Ressourcen zu erhalten. Das Anfangsszenario ist intuitiv aufgebaut und ermöglicht einen bequemen Einstieg. Zuerst komplex anmutende Features werden Stück für Stück erklärt.

Die Silberzunge hilft beim Einstieg mit satten Belohnungen.

Mit Blick fürs Detail

Auf Dauer erfolgreich können wir als Anführer nur sein, wenn wir uns um Details genauso kümmern wie ums große Ganze. Da der Platz, auf dem sich unsere Siedlung ausbreiten kann, begrenzt ist und eigentlich nie ausreicht, ist eine ausgewogene Balance zwischen Wohnhäusern (Goldeinnahmen durch Steuern), Produktionsstätten (Werkzeuge und Luxusgüter) sowie Dekorationen und kulturellen Einrichtungen (Zufriedenheit) wichtig. Mehr Fläche und modernere Gebäude erhalten wir im Spielverlauf durch unsere Forschungsarbeit. Neue Bauwerke sind in der Regel effizienter, also modernisiert sich das Stadtbild durch Abriss und Neubau nach und nach auf natürliche Weise. Es lohnt sich auch, Zeit in eine platzsparende Anordnung der Gebäude zu investieren oder sich vorher zu überlegen, welche Technologien wir als Nächstes erforschen sollten, um möglichst schnell zum gewünschten Produktionsgebäude oder der Waffengattung unserer Wahl zu gelangen.
Das Forge of Empires Forschungssystem:
Wer schon einmal einen Civilisation-Teil gespielt hat, wird sich gleich wie zu Hause fühlen. Die gesamte Entwicklung durch die Epochen läuft über eine verzweigte Baumstruktur von links nach rechts ab. Einzelne Technologien bauen aufeinander auf und müssen nacheinander erforscht werden. Davon abhängig, welche Pfade wir einschlagen, können wir uns beispielsweise schneller Richtung neues Zeitalter bewegen, indem wir einzelne Forschungen vorziehen oder weglassen. Oder wir schreiten zunächst langsamer voran und nehmen alle technologischen und kulturellen Errungenschaften auf unserem Weg mit. Modernere Forschungen benötigen auch mehr Ressourcen, wir sind also gezwungen, hauszuhalten und abzuwägen, was für unsere aktuelle Entwicklung am besten ist. Neben sogenannten Forge-Punkten sind Gold, Werkzeuge später auch Luxusgüter nötig, um die erforschten Technologien dann auch wirklich nutzen zu können.

Mensch, dauert das alles lange …

Nach einem ersten Überblick fällt auf: Ein Imperium entsteht nicht von heute auf morgen. Unsere Reise durch die Epochen der Menschheitsgeschichte ist eine, die sich über Monate erstreckt und nicht nur Tage. Wer’s schneller will, sollte Premium einsetzen oder sich woanders umsehen. Natürlich spielt Aktivität eine große Rolle, denn wer öfter nach seinem Dorf sieht, stellt auch mehr her. Gerade zu Beginn läuft unsere Produktion schleppend an, da wir den Bedarf unterschätzt haben, den unsere Einwohner für eine schnelle Entwicklung benötigen. Wir kommen mit dem Vorräte anlegen und Werkzeuge herstellen gar nicht hinterher, so groß ist der Materialhunger.

Immer schön Vorräte einsammeln und die eigene Kasse füllen, sonst ist schnell Schicht im Schacht. Über die Nachbarleiste am unteren Bildschirmrand können wir mit anderen Spielern interagieren.

Hilfreich in diesem Zusammenhang ist auch die Interaktion mit anderen Spielern. Von Anfang haben wir die Möglichkeit, andere Stammeshäuptlinge zu besuchen und sie zu unterstützen. Anders als in anderen Online-Strategiespielen wie beispielsweise Travian oder Grepolis befinden wir uns in Forge of Empires nicht alle gemeinsam auf einer großen Weltkarte, sondern agieren ähnlich wie in Die Siedler Online über eine Leiste am unteren Bildschirmrand mit unseren Nachbarn. Diese Nachbarn werden uns vom System je nach Spielfortschritt zugeordnet, wir treffen also in der Regel auf Leute unseres Levels. Eigene Leisten für Freunde und Gildenmitglieder helfen uns aber auch dabei, den Kontakt zu anderen Spielern zu halten und zu intensivieren.
Einmal in der Nachbarsiedlung angekommen, können wir Arbeiter dort motivieren oder Dekorationen "polieren", um die Produktion zu fördern und nebenbei ein paar Goldmünzen abzustauben. Vielleicht finden wir auf diese Weise sogar eine der seltenen Blaupausen für legendäre Bauwerke. Doch dazu später mehr. Mit entsprechender Streitmacht in der Hinterhand ist auch ein Angriff auf unsere Mitspieler zu empfehlen. Schließlich lassen sich nach erfolgreicher Schlacht neben Vorräten auch seltene Rohstoffe plündern. Was uns zu den Kämpfen in Forge of Empires bringt, einem eher enttäuschenden Kapitel.
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