Goodgame Empire Test: Bei der Familie braucht man keine Feinde mehr!

Es war einmal .. Nach langer Reise kehren wir nach Hause zurück, nur um festzustellen, dass sich eine fiese Raubrittermeute auf unserer Burg breit gemacht hat. Mir nichts, dir nichts wird das Pack vertrieben, aber damit geht der Ärger erst richtig los! Einer der ungewollten Kollegen entkommt mit einem Familienmitglied als Geisel. Ja richtig, die hässliche Fratze hat einfach unsere Schwester geklaut. Nichts wie hinterher!

Die Jagd beginnt

Schnell in unserer Burg das Nötigste in die Wege geleitet und schon sind wir den Raubrittern auf den Fersen. Während der ersten Spiellevel können wir ja nicht viel falsch machen, bei all den roten Pfeilen, die uns darauf aufmerksam machen, wo es weiter geht. Die ausgegrauten Spieloptionen, die erst nach und nach freigeschaltet werden, tun dabei ihr übriges. Unser erstes Abenteuer führt uns südlich der Burg zum Fluss, wo wir auf das nächste Problem treffen: Der fiese Dieb hat auf seiner Flucht die Brücke zerstört, und da weit und breit kein Leonardo da Vinci am Start ist, müssen wir wohl den langen Weg ohne Fluggerät nehmen. Halte aus, Schwesterherz, wir müssen nämlich erst einmal wieder zurück. Mit einem Lager und den Rohstoffen aus der letzten Quest reparieren wir den Übergang und brennen die benachbarte Raubritterburg nieder. Keine Fragen, keine Ausflüchte, bei Entführung kennen wir kein Pardon.

Schade, dass sich das flinke Wiesel schon aus dem Staub gemacht und in einer ganz anderen Burg verschanzt hat. Leider reichen unsere Truppen nicht mehr aus. Also geht’s wieder zurück hinter heimische Mauern, um mit Nachschub erneut die Schurkenfresse zur Kapitulation zu zwingen. Mit Sturmleitern gewappnet stellt uns der Wicht vor keine Schwierigkeiten, nur leider ist der Oberboss der Raubritter wieder nicht da. Und unsere holde Schwester auch nicht.

Die Bastion des räudigen Untertans. Wir stehen am Burgtor und klopfen gleich an.

Ohne Plumpsklo zieht niemand in den Krieg!

Verdammt! Unser Berater hält es für besser, nun auf Verhörmethoden zu setzen und erst einmal die Burg zu sichern, bevor wir uns blind ins nächste Wagnis stürzen. Nun denn, wo er recht hat … Schließlich haben wir unsere Feste schon einmal verloren, das soll uns kein zweites Mal passieren. Wir erweitern unser Gebiet, errichten Wachtürme und sorgen für eine entsprechende Mannstärke. Ein schmieriger Steuereintreiber kümmert sich um unsere finanzielle Situation. Mit Hilfe von Wegweisern und Plumpsklo erhöhen wir die öffentliche Ordnung. Über ein Feldlager rüsten wir unsere Befehlshaber aus. Zudem verpflichten wir findige Spione in unserem neuen Wirtshaus. Jetzt kann’s doch eigentlich losgehen.

Ein paar Quests noch, dann können wir dem Übeltäter ans Leder!

Beim Verhör kam nicht viel raus. Auf einer der Raubritterburgen in der Umgebung soll sie festgehalten werden. Welche, wissen wir nicht. Noch nicht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als alles im Umkreis nach dem Schinder abzugrasen. Die nächste Burg wird schleunigst ausspioniert, danach machen sich unsere besten Streitkolbenträger auf den Weg. Wenige Sekunden später steht auch dieses Ritternest in Flammen. Und endlich können wir auch unsere geliebte Schwester in die Arme schließen! Leider beruht die Zuneigung nur bedingt auf Gegenseitigkeit: Die rothaarige Schönheit ist alles andere als erfreut über ihre „Rettung“. Vielmehr wollte sie dem öden Leben im heimischen Burgfried entfliehen. Tja, Pech gehabt. Nu biste wieder da. Ihre Rückkehr bleibt für uns nicht folgenlos: Mit Trotz und Wut im Bauch stellt das Familienmitglied ungewohnte Ansprüche wie ein neu hergerichtetes Gemach, Glitzerschmuck und Dekorationen im Hof. Naja, zumindest haben wir so neue Herausforderungen, denen wir uns widmen können. Zudem gleicht unser Heim immer mehr einer Großbaustelle: Häuser müssen ausgebaut, Werkzeuge und Belagerungswaffen hergestellt werden. Als oberster Burgherr obliegen uns aber noch Aufgaben der ganz anderen Art.

Ab und zu mal einen köpfen

Schön, dass das Leben immer wieder Überraschungen für uns bereithält. Da findet sich mal eine Schatzkiste im Wald oder zwei Streithähne lassen es auf dem Burgfried richtig krachen. In einem solchen Fall müssen wir natürlich als Rechtsprecher einschreiten. Ein anderes Mal haben wir die Wahl, einen Dieb zu begnadigen oder angemessen zu bestrafen. Ganz klar … zack, Rübe ab!  Wie verfahren wir mit Wegelagerern oder Flüchtlingen? Mit unserer Entscheidung sorgen wir nicht nur für Ruhe und Ordnung, hin und wieder fällt auch eine Belohnung für uns ab. Die Zufallsevents tauchen regelmäßig auf und lockern unseren Ritteralltag, wenn wir beispielsweise auf die Fertigstellung des neuesten Prangermodells warten. Auch unsere Bewohner lassen immer wieder ein paar Münzen springen, während sie durch unsere Mauern schlendern. Leider sind die Gelegenheitsaufgaben auf Dauer genauso generisch wie das Aussehen unserer Burgbevölkerung.

Ihr streitet euch schon wieder? Pfff ... ich werf mal ne Münze, Moment.

Krieg spielen

Wer nun denkt, dass es auf Dauer mit einsamen Entscheidungen à la Kopf ab hier und Bauern vertreiben da getan ist, der irrt. Wir sind nicht allein, sondern mit zahllosen anderen Emporkömmlingen gemeinsam unterwegs! Da kommt’s schnell zu Reibereien. Denn wie unser geliebtes Biest von Schwester das Meckern und Keifen nicht lässt, ist auch nach dem Ende des Noob-Schutzes Schluss mit Friede, Freude, Eierkuchen. Spätestens dann wird aus dem ruhigen Aufbauspiel auch ein taktisches Kriegsspiel, bei dem wir unsere Burg vor gierigen Plünderern verteidigen müssen. Natürlich haben wir für diesen Fall vorgesorgt und fleißig jeden Recken in und außerhalb unserer Mauern zum Dienst am Flitzebogen verpflichtet. Allein auf weiter Flur kommen wir trotzdem nicht weit, denn gegen die Armeen stärkerer Burgherren hilft unser Können als tollkühner Stratege nur bedingt. Damit unser Zuhause nicht als vermeintliches Rohstofflager missbraucht wird, ist es wichtig, schon früh Kontakte zu den Herrschaften der Umgebung aufzubauen. Man weiß nie, wozu Beziehungen zu anderen einmal gut sein können. Vielleicht können wir irgendwann ja sogar wetternde Familienmitglieder günstig verheiraten, oder so?

Anrückende Truppen erspähen wir bereits von weitem. Genug Zeit, um Vorräte zu schützen, unsere Verteidigung anzupassen oder benachbarte Freunde zu informieren. Sind wir schnell genug, können wir sogar Unterstützung von Allianzmitgliedern bekommen. Im Idealfall bereiten wir den Plünderern einen heißen Empfang, auch wenn wir in die Schlachten selbst nicht eingreifen. Von der Dämmmatte (Zum Schläge aufs Burgtor abfedern, natürlich!) über Ausrüstung bis hin zur richtigen Aufstellung – Wir haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, es im Burgenkampf krachen zu lassen. Mit Hilfe unserer Agenten spionieren wir feindliche Stellungen aus und verschaffen uns eine gute Angriffsposition.

Anders als bei der Verteidigung übernehmen Vasallen die Rolle des Kommandanten, wenn wir zur Attacke blasen. Zunächst schwören uns drei Feldherren die Treue, ab Stufe 13 kommen Burgvogte hinzu. Diese können auf der Karte Außenposten einnehmen und auf diese Art zur Vergrößerung unseres Reichs beitragen. Mit etwas Glück finden sie bei ihren Raubzügen ein Mitbringsel in Form mächtiger Ausrüstung.

Dank Schmiedehammer zum legendären Brandbekämpfer

Schneller plündern, später entdeckt werden oder mehr Punkte? Mit den Gegenständen verbessern wir die Qualitäten unserer Feldherren und Burgvogte. Helm, Rüstung, Waffe oder Artefakt sorgen für teils mächtige Boni im Kampf. Da versteht es sich von selbst, dass wir als Herrscher von Welt jedes Teil in Reichweite auf besondere Eigenschaften untersuchen. Nur woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Aus sechs Gegenständen der gleichen Qualität lässt sich ein besserer schmieden.

Ausrüstung wird in Schmieden gebastelt und verstärkt, ab und zu macht ein Technikus vor dem Tore halt. Für ein paar Münzen, später einen dicken Beutel voll Geld, kommen wir so an seltene und epische Items. Bleibt nur die Frage zu klären, ob der ‚Streitkolben des Schützen‘ oder ein ‚Totenkopf des Brandbekämpfers‘ wirklich sooo erstrebenswert sind.

Der Technikus verbessert die Eigenschaften bestimmter Ausrüstungsgegenstände, vorausgesetzt wir bringen ihm genügend Zahngold. STEUEREINTREIBER!!

Apropos Technikus: Der alte Zausel ist nicht der Einzige, der sich regelmäßig bei unserer Burg niederlässt. Gleich neben seinem Zelt finden sich regelmäßig illustre Gestalten ein, die uns mit allerlei Zeug das Gold aus den Taschen ziehen wollen. Hier finden wir auch den Herold der Invasion, der uns auf das aktuelle Event in Goodgame Empire aufmerksam macht. Schicken wir Krieger gegen die Nomadenlager auf der Weltkarte, können wir die Siegesbeute bei ihm gegen wertvolle Güter tauschen. Nett gemeint, aber im Moment wir schlagen uns schon mit hochnäsigen Nachbarn herum. Da können wir keinen Mann für irgendwelche Weltpolitiksspielchen entbehren. Später vielleicht.

Tolles Angebot! Ich komm später nochmal vorbei.

Wohin geht die Reise?

Später … was kommt eigentlich später? Immer nur beim Nachbarn ans Tor klopfen, wäre ja langweilig. Ein Blick in Zukunft verrät, was uns abseits der Raubritterburgen, Außenposten und Holzfäller der Stufe XX erwartet. Mit Level 25 schalten wir die Königreiche frei, drei riesige Spielwiesen mit eigenen Rohstoffen, Einheiten und Klimazonen. Die dort Ansässigen warten bestimmt schon ewig auf jemanden wie uns, der ihnen was vom Burgenbau erzählt. Über einen Forscherturm erhalten wir ab Stufe 39 Zugang zu einer Vielzahl an Fähigkeiten, mit denen wir beispielsweise bessere Soldaten ausbilden oder eine effektivere Wirtschaft aufbauen können. Auch das nächste Event nach den Nomaden steht bereits in den Startlöchern.

Pro
Toller Einstieg
Schicke Produktionsanimationen
Vielfältige Strategieelemente
Mehrere Länder
Skill- und Ausrüstungssystem
Contra
Nur ein kostenloser Bau-Slot
Berichte im Nachhinein statt echtem Kampf

3.5/5 Sterne

Fazit – Ein rundes Ding

Das Flaggschiff der Hamburger Spielefirma Goodgames Studios punktet mit eigenem Comic-Look und zahlreichen Elementen, bei denen sich Strategie-Liebhaber austoben können. Positiv aufgefallen sind die Aufstellung bei der Burgverteidigung und das Spionagesystem, nur um zwei der Möglichkeiten zu nennen. Der neue Spieleinstieg wirkt rund und in sich stimmig, mit etwas Aktivität kommen wir schnell voran. An einigen Stellen konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, sei es beim schmierigen Steuereintreiber oder den teils unfreiwilligen Ausrüstungsbezeichnungen.  Mitunter nervig sind die Aufforderungen an Kostenlos-Spieler, doch bitte Bares dazulassen. Überall sehen wir Einschränkungen und Angebote. So viele Inhalte sind nur für Premium zu haben, dass es teilweise so aussieht, als wären die Rubine die „Normalwährung“ und Gold lediglich zum Almosen spenden da.

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