Drakensang Online Test: Hack'n'Slay-Abenteuer im Browser

Hack'n'Slay mit ansprechender Grafik, kostenlos spielbar und ohne Download? Mit Drakensang Online scheint Entwickler Bigpoint die Messlatte für Browsergames höher zu hängen. Das Action-Rollenspiel im Stil der Diablo-Reihe befindet sich offiziell noch im offenen Testbetrieb, über einen Shop kann man sich aber trotzdem schon mit Premium-Vorteilen eindecken. Auch eine Box-Version ist kürzlich im Handel erschienen. Zudem wurde mit "Teganswall" bereits eine große Inhalts-Erweiterung veröffentlicht, die zweite soll in wenigen Tagen erscheinen. Höchste Zeit also, selbst die Lederstiefel anzuziehen und sich mit zwei Millionen anderen Helden ins Schlachtgetümmel zu werfen.

Hintergrundinfo
Drakensang Online basiert auf der von Radon Labs (jetzt Bigpoint Berlin) entwickelten Nebula-Engine, die 3D-Grafik direkt im Browser ermöglicht. Das Online-Rollenspiel läuft trotz des bekannten Namens der PC-Reihe ohne die Lizenz von "Das Schwarze Auge". Uns erwartet also eine vollkommen neue Spielwelt mit einer eigenen Hintergrundgeschichte.

Wie für ein Rollenspiel üblich, beginnt auch unser Abenteuer mit der Erschaffung einer eigenen Spielfigur. Derzeit haben wir die Auswahl zwischen Drachenkriegern und Zirkelmagiern, sagen wir, nun ja, ein überschaubares Angebot. Während der Krieger mit Schwert und Schlagkraft ausgestattet in die Schlacht zieht, sind die Magier mit Zauberkräften gesegnet. Eine weitere Charakterklasse soll laut Entwickler mit dem kommenden Add-on folgen. Viel Spielraum für Individualisten suchen wir vergeblich. Wahlweise als männliches oder weibliches Konterfei können wir noch etwas am Aussehen feilen und schon geht's los.

Erste Schritte durch eine (nicht allzu) gefährliche Welt - Das Tutorial

Als rothaarige Zirkelmagierin stellen wir uns der ersten Aufgabe: Valery bittet uns um Hilfe. Wir sollen ihre Mutter finden. Leider wird der Weg nach Norden von einigen seltsamen Wesen blockiert. Kein Problem, holde Maid. Fürchtet euch nicht! Wir machen uns sofort auf die Suche nach der Alten namens Urda. Nachdem wir die Brücke überquert haben, wissen wir auch, von welcher Gefahr Valery gesprochen hatte: Fiese Wegelagerer in Form kleiner Gnome stürmen auf uns zu! Ein paar gekonnte Salven aus unserem Zauberstab später ist der Weg wieder frei und unsere erste Begegnung mit Bösewichten überstanden. So kann's doch weitergehen.

Gut gelaunt laufen wir der alten Urda in die Arme, die gleich die nächste Aufgabe für uns bereithält. Einer der kleinen Fieslinge hat ein Amulett gestohlen. Heldenhaft nehmen wir auch diese Herausforderung an, wohl wissend, dass die Gnome nichts draufhaben. Schnell ist das Amulett wiederbeschafft und wir auf Level 2 aufgestiegen.

Ein Blick auch abseits des Pilgerpfads lohnt sich. Hier und da stehen Fässer, deren Inhalt uns weiterhilft. Neben Kupferstücken und Zauberessenzen lässt sich so auch etwas Andermant (Premium-Währung) einsacken. Kurz vor Erreichen Grimfords, der ersten Ortschaft in Drakensang Online, begegnet uns Warzennase. Aber auch der erste Boss des Spiels bereitet uns keinerlei Schwierigkeiten – im Gegenteil. Nach ein paar gezielten Schüssen hinterlässt der Gnom uns ein Hemd, das wir schnell im Inventar verstauen. Mist. Der Gegenstand ist noch nicht identifiziert und kann so nicht verwendet werden. Zum Glück haben wir ein paar Kristalle der Wahrheit im Gepäck, die uns in dieser Sache weiterhelfen. Nun können wir das verbesserte Stoffhemd anlegen und von einem Bonus auf unsere Manapunkte profitieren.

In Grimford angekommen treffen wir neben weiteren Questgebern erstmals auch andere Spieler. Trotz des großen Gewusels herrscht Frieden. Da unsere Kräfte bisher aber nicht wirklich beansprucht wurden und wir geradezu nach Abenteuern dürsten, lassen wir Artefakthändler, Schmied und Alchemist links liegen und nehmen die erstbeste Aufgabe an, die sich nach Action anhört: Torfstecher Roland braucht sein Werkzeug zurück. Wir sollen also Diebe im Darbmoor bestehlen. Wenn's weiter nichts ist...

Der Morast hat's in sich

Im Kartenabschnitt Darbmoor erwartet uns die langersehnte Herausforderung. Die Werkzeug-Langfinger stellen wie vermutet keine Gefahr dar, doch als wir in eine Gruppe unheimlicher Krieger geraten, sieht die Sache schon anders aus. Schnell wird uns klar, dass wir als Zirkelmagier gut auf Distanz agieren können, im Nahkampf aber unterlegen sind. Unser Pool an Lebenspunkten ist einfach zu klein, um es mit mehr als fünf Skeletten auf einmal aufnehmen zu können. Ein Heilelixier rettet uns gerade noch rechtzeitig vor dem vorzeitigen Ableben. Nun machen wir auch ausgiebig von den Sphären der Heilung Gebrauch, die unsere Gegner ab und zu hinterlassen. Auch gut: Einige angeschlagene Gegner nehmen von alleine die Beine in die Hand und kehren gestärkt im Rudel wieder zurück. Das ist auf jeden Fall realistischer als sinnloses Angreifen bis zum letzten Lebenspunkt. Mit "Hit and Run" Taktiken befreien wir uns aus der Meute, sammeln die benötigte Anzahl Werkzeuge und schaffen es mit Ach und Krach zurück nach Grimford.

Durchatmen! Die Stadt ist willkommenes Rückzugsgebiet, hier ist Zaubern verboten. Wir wollten Action, die haben wir bekommen. Nun ist es Zeit, uns genauer umzusehen. Bei Zirkelmagier-Trainerin Clara Lectura können wir neue Fähigkeiten erlernen und altes Wissen sammeln. Neue Fähigkeiten? Kein Wunder, dass uns der Tanz mit unheimlichen Kriegern noch Schmerzen bereitet. Also schauen wir uns unsere Fähigkeiten genauer an.

Trotz Eisessenz und Arkanteleport - Enge Grenzen in der Weiterentwicklung

Der Skilltrainer im Menü ist aufgebaut wie eine Tabelle. Nach einem Levelaufstieg können wir bei Clara bestehende Fertigkeiten aufwerten oder zusätzliche Zaubersprüche und Angriffsarten freischalten. Für uns als angehende Meister-Zirkelmagierin steht natürlich der Feuerball ganz oben auf der Liste! Die Basisversion dieses Zaubers steht uns bereits zur Verfügung. Stärkere Skills wie eine Nova oder Teleport-Fähigkeiten können wir erst später nutzen. Doch der Feuerball selbst? Fehlanzeige.

Die magische Weiterentwicklung unseres Balls geschieht über Essenzen. Im Darbmoor haben einige Gegner bereits Essenzen unterschiedlicher Elemente fallen gelassen. Mit Hilfe dieser Zusatzressourcen lassen sich neue Sprüche anwenden, bereits erlernte Basis-Skills quasi elementar aufwerten. Derzeit steht aber nur ein Element pro Basisfertigkeit zur Verfügung. Heißt für uns im Klartext: Ab Stufe 8 dürfen wir gekonnt einen Eisball gen Ungetüm schleudern, der Feuerball bleibt uns aber verwehrt. Naja, Kälteschaden und Verlangsamung ganzer Gegnergruppen hört sich ja auch nicht soo schlecht an … Nachtrag: Der Entwicker hat bereits angekündigt, das Skillsystem noch in diesem Monat umfassend zu überarbeiten und zu vereinfachen. Die Elementessenzen gehören dann der Vergangenheit an und auch der Feuerball soll schon bald mit von der Partie sein. Kein Grund zum Trübsalblasen also.

Für den Moment verbessern wir noch schnell die Basis-Version des Balls (wirkt sich auf alle Zaubersprüche dieser Kategorie aus) und schauen uns weiter im Dorf um.

Fischer Fitz hat keine frischen Fische und der Krämer ist auf der Suche nach zwei Hand voll Fingerknochen. Einige Quests führen uns zurück ins Darbmoor, für andere brauchen wir das Dorf nicht zu verlassen. Viele NPCs bieten uns Waren an. Beim Schmied können wir Gegenstände verbessern und natürlich freut sich der Torfstecher über die wiederbeschafften Werkzeuge. Praktisch: Alle absolvierten Quests können immer wieder angenommen werden, auch wenn die Belohnung beim zweiten Mal nicht mehr so großzügig ausfällt.

Auf Seite 3 geht's weiter mit Schmugglern und den PvP-Features!

Von Schmugglern und Wurzeln – Ein Abstecher lohnt sich!

Nun denn: Mit neuem Zauberspruch, verbesserter Ausrüstung und frischen Aufgaben stürzen wir uns erneut ins Darbmoor. Gleich am Eingang zum Moor laufen wir Sullivan in die Arme. In einer Höhle in der Nähe habe er sich verletzt. Nun ist er auf der Suche nach Wundsalbe, die Kräuterfrau in Grimford könne weiterhelfen. Wir hatten eigentlich was anderes vor, die Rechnung mit den unheimlichen Skelettkriegern ist ja noch offen. Aber eine versiegelte Stätte mit unbekannten Gefahren können wir nicht einfach links liegen lassen. Die Schmugglerhöhle kann nur mittels Siegelfragmenten betreten werden. Praktisch, dass uns Sullivan für die Wundsalbe gerade eines dieser Schlüsselobjekte überreicht hat.

Mit Mini-Dungeons wie der Schmugglerhöhle bieten sich uns Herausforderungen abseits der Hauptstory. In diesen abgeschlossenen Gebieten treffen wir auf neue Gegnertypen und haben die Gelegenheit, zusätzliche Belohnungen einzusacken. Gut gerüstet, wie wir sind, säubern wir die Schmugglerhöhle in Windeseile. Unsere Zirkelmagierin ist nach dem Rendezvous mit lebendigem Wurzelwerk eine Levelstufe aufgestiegen und um verbesserte Ausrüstung reicher. Trotzdem: Der Kurzausflug war ein glückliches Unterfangen, denn es ist eigentlich ungewiss, wie stark die Monster sind, die sich in Dungeons verstecken. Im Allgemeinen ist es daher besser, Instanzen gemeinsam im Verbund mit anderen Spielern zu betreten und so vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein.

Gruppe, Gilde, PvP – Interaktion à la Hack'n'Slay

Freunde und Verbündete in Drakensang Online finden wir über die Spielersuche im Menü oder im Chat. Noch bieten sich uns nicht allzu viele Vorteile, wenn wir eine Gemeinschaft bilden. In den Abenteuergebieten wie dem Darbmoor treffen wir auch ohne Gruppenbildung genügend Mitstreiter. Zudem gestaltet sich die Kommunikation per Chat im Kampfgetümmel etwas schwierig. Über das Menü sind wir in der Lage, eine eigene Gilde zu gründen. Dieser dauerhafte Verbund ermöglicht es uns, mit Freunden organisiert auf die Jagd zu gehen. Mit 2.000 Andermant beziehungsweise 99 Silber als Gründungsgebühr überlegen wir uns aber lieber zweimal, ob wir nicht vielleicht auch ohne Gilde auskommen.

Ein weiterer Zeitvertreib in Drakensang Online ist die PvP-Arena. Abseits vom Monstermetzeln und dem Erkunden von Dungeons bietet sich hier die Gelegenheit, anderen Spielern die Leviten zu lesen und unsere Fähigkeiten im Spieler-Wettstreit auszutesten. Die Auswahl ist auch hier überschaubar. Derzeit können wir kurze Gruppen-Deathmatches (3 gegen 3) austragen oder uns im Capture-the-Flag-Modus (5 gegen 5) messen. Für hartgesottene Freunde des Kampfes Mann gegen Mann bietet Drakensang Online weiterhin einen eigenen Server. Auf dem PvP-Server Balor sind wir nur in Stadtgebieten und Dungeons vor anderen Spielern sicher.

Ausblick

Es gibt noch viel zu tun: Das Level-up aus der Schmugglerhöhle stellt uns vor die schwierige Wahl zwischen Eisnova und Eisball. Die unheimlichen Krieger verdienen noch ihre Abreibung. Fischer Fitz wartet immer noch auf frischen Fisch und Clara Lectura schickt uns nach Kingshill in die Hauptstadt. Ein Blick auf die Weltkarte eröffnet uns, wohin die Reise geht: Bisher laden sechs großflächige Gebiete inklusive Dungeons und Endbossen zum Monsterkloppen ein. Mit der aktuellen Erweiterung Teganswall sind zudem zig neue Quests, Bosse und Unique Items vor allem für hochstufige Helden ab Level 33 integriert worden. In wenigen Tagen soll das Add-on Nordlande für weitere Herausforderungen sorgen und die bisherigen Spielinhalte noch einmal verdoppeln.

Auf der nächsten Seite findet ihr unsere Drakensang Online Bewertung!

Pro
Hammer-Grafik im Browser
Detailreiche Fantasy-Welt
Leichter Einstieg
Abwechslung durch viele Side-Quests
Gut ausbalancierte Gegner und Aufgaben
Sich selbst erklärende Steuerung
PvP-Arena & PvP-Server
Contra
Bisher nur zwei Charakterklassen
Charaktergestaltung ist sehr begrenzt
Wenig Gilden-Funktionen
Noch zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten

4/5 Sterne

Erstes Urteil

Nach wenigen Stunden in der Fantasy-Welt Duria fällt unser erstes Urteil gemischt aus. Die Grafik ist für ein Browsergame schlichtweg beeindruckend. Quests und Gegner sind auf den ersten Blick abwechslungsreich und ausbalanciert zugleich. Die Karten sind übersichtlich und das Timing in Bezug auf Gegenstände, neue Fertigkeiten und Herausforderungen prima. Bis jetzt (Level 8) haben wir alles genau dann gefunden, als wir es brauchten. In Sachen Charakterindividualisierung und Interaktion mit anderen Spielern hingegen sind uns die bisherigen Möglichkeiten im Spiel zu gering, um wirklich hin und weg zu sein. Chat, Spielersuche und zwei PvP-Modi sind uns als Auswahl zu mager. Mehrmals stellte sich die Frage: Wozu Gruppen bilden? Aufgaben speziell für Gilden, Gemeinschaftserrungenschaften oder Team-Events suchen wir derzeit vergebens.

Die Ankündigung, das Skillsystem umzubauen, ist eine gute Nachricht. Bisher sind den Entwicklungsmöglichkeiten doch recht enge Grenzen gesetzt. Zudem können wir durch Anlegen neuer Ausrüstung schon viel an unserem Aussehen ändern, für ein Rollenspiel sind zwei (Standard-)Charakterklassen trotzdem schwach. Aber zum Glück kommt ja bald der Waldläufer. Bleibt die grundlegende Frage, wie viele RPG-Elemente ein Hack'n'Slay-Browsergame eigentlich braucht. Für eine gepflegte Runde Monsterkloppen lohnt sich Drakensang Online allemal.

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