Goodgame Big Farm Test: Noch ein Farmspiel für den übersättigten Markt

Noch eine Farm-Simulation? Klar, warum auch nicht, Bauernhofspiele laufen doch so gut, bestimmt auch noch in zehn Jahren, da kann es einfach nie genug geben! So dürfte das Motto von Goodgame Studios lauten. Goodgame Big Farm ist nämlich nicht der erste Titel im Portfolio des Spieleanbieters. Zuvor sind Goodgame Farmfever und Goodgame Farmer veröffentlicht worden. „Damals“ haben zwei Farmspiele in der Spielesammlung nicht gereicht, denn im Oktober 2012 veröffentlichte der Publisher einen weiteren Titel des Genres: Goodgame Big Farm. Zuviel des Guten? Nö, alle guten Dinge sind drei. Mittlerweile wurden aber die zwei Vorgänger abgeschaltet, das Studio setzt nun auf das neue Browsergame in der Reihe. Ob das so eine gute Idee ist? Kann Goodgame Big Farm Hobby-Farmer tatsächlich lange bei der Stange halten? Wir haben uns selbst auf den Bauernhof gewagt, in der Erde gewühlt und Schweine gezüchtet. Wie es uns dabei ergangen ist, erfahrt ihr im Test. 

Howdy, Farmer!

Aller Anfang ist... kinderleicht

Von wegen man braucht Zeit, um sich irgendwo zurechtzufinden! Im Browsergame Goodgame Big Farm haben wir noch nicht einmal die Gelegenheit, uns in Ruhe umzusehen. Nach der Registrierung landen wir mitten im Spiel und werden von Tessa Townsend, unserer Nachbarin, vollgequatscht. Die Dame erklärt uns die wichtigsten Funktionen im Spiel und erteilt uns einen Auftrag nach dem anderen. Zwischenzeitlich was anderes zu machen oder wenigstens auf eine andere Sache zu klicken, können wir uns knicken. Alles muss genauso und in der Reihenfolge erledigt werden, wie Tessa befiehlt. So haben wir uns den Einstieg nun nicht vorgestellt. Doch was soll’s, nach wenigen Minuten ist der zwanghafte Spaß endlich vorbei und wir wissen immerhin, was auf der Farm abgeht: Unter anderem pflanzen wir zunächst Mais an, bauen nebenbei die Mühle, ernten die reifen Kolben und verfrachten sie zum frisch errichteten Gebäude, um Hühnerfutter herzustellen. Aha, hier verarbeitet der Farmer seine Produkte also noch selbst. Andere Pflanzen, die wir nicht weiter nutzen, verkaufen wir und machen auf diese Weise Kohle. Bedauerlicherweise sehr wenig: Für Wildblumen kassieren wir lediglich einen Dollar je Stück. Doch auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist, außerdem sind die bunten Blumen nach zwei Minuten erntereif. Für den Start eine gute Möglichkeit, an zusätzliche Kohle zu kommen.

Wildblumen, Mais oder doch gleich der lang reifende Weizen?

Vom kleinen Acker zum landwirtschaftlichen Betrieb

Während anfangs alle Gebäude schnell errichtet werden und angepflanzte Produkte nach wenigen Minuten erntereif sind, ändert sich das im Spielverlauf. Klar, sonst würden wir nach 3 Stunden bereits auf Level 50 sein. In den ersten Spielstufen stellen wir Gebäude auf, die zu jedem Bauernhof gehören. Neben einem Lager und dem Haupthaus platzieren wir mit dem nötigen Kleingeld Hühner- und Schweinestall, Apfelplantagen, weitere Äcker sowie Silo und Komposter. Spätestens an der Stelle wird nochmals deutlich, dass in Goodgame Big Farm nahezu jedes Produkt weiterverarbeitet wird. Ein Beispiel: Kohl und Mais verwandeln wir in der Mühle zu Schweine- beziehungsweise Hühnerfutter. Unsere Arbeiter füttern auf unseren Befehl hin die Tiere mit den eigens produzierten Leckereien. Früher oder später muss der Stall ausgemistet werden, woraufhin Tiermist im Silo landet und zu Dünger wird. Auch auf der Apfelplantage reift das Obst nicht nur fröhlich vor sich hin: Nach einer gewissen Zeit schicken wir einen Arbeiter vorbei, der nicht nur Äpfel erntet, sondern gleich Laub sammelt, das anschließend auf dem Komposter landet. Dort entsteht bald Humus, den wir wiederum für den Acker brauchen, um den Ertrag zu erhöhen. Damit erwarten uns in Goodgame Big Farm Kreisläufe, die nachvollziehbar sind. Doch wenn irgendwo mal etwas hakt, kommt der Kreislauf zum Stoppen – und genau darauf müssen wir gar nicht einmal so lange warten. Dazu später mehr.

Huch...gar nichts mehr los hier?!

Unzufriedene Schnarchnasen auf dem Hof

Wir als Hofbesitzer machen uns die Finger nicht selbst schmutzig. Für diesen Zweck holen wir uns Arbeiter auf die Farm. Alles, was wir dafür benötigen, sind Wohnhäuser, in denen sich die fleißigen Bienchen zwischenzeitlich auch mal ein Nickerchen gönnen - erwischt haben wir bislang aber noch keinen. Für jedes „Produktionsgebäude“, dazu zählen wir jetzt sowohl Äcker als auch Ställe und Plantagen, brauchen wir Arbeiter, die auf unsere Ansage hin alle dort anfallenden Aufgaben ausführen. Dazu reicht ein Klick auf den entsprechenden Button (beispielsweise „Produzieren“, „Düngen“ oder „Füttern“) und weiter geht die fröhliche Produktion. Allerdings bringen Arbeiter nicht nur Vorteile mit sich. So ist es durchaus möglich, dass sie unzufrieden sind. Das ist schlecht für uns, denn je unzufriedener die Farmbewohner sind, desto höhere Betriebskosten fallen an.

Alle Arbeiter unzufrieden?

Und was macht Arbeiter gemeinhin in einem Browsergame glücklich? Dekorationsobjekte natürlich! Egal ob Blumen- und Gemüsebeet, Zierbaum, Brunnen oder Eiscreme-Wagen – Hauptsache, es ist schick. Damit steigt die Stimmung und die Arbeiter erledigen ihre Aufgaben. Allerdings gibt es einige Ausnahmen.

Einige Schnarchnasen watscheln von Ecke zu Ecke, ab und an kommen sie an einer Baustelle nicht vorbei und tippeln auf einer Stelle herum. Schade eigentlich, dass solch kleine Fehler nach dem Release vorhanden sind. Dabei sind die sonstigen Animationen der Arbeiter ganz nett. Nicht herausragend, dazu passiert auf dem Feld einfach zu wenig und die drei, vier verschiedenen Typen der Arbeiter selbst sind wohl alle als Achtlinge zur Welt gekommen, so viele Doppelgänger, die da über unseren Bildschirm laufen. Dafür bescheren sie uns Geschenke. Von Zeit zu Zeit erscheint ein Symbol über dem Kopf eines Mitarbeiters – schnell raufklicken und zusätzliche Dollar oder andere Kleinigkeiten einsacken! Einfacher geht's nicht. Ein kleines, dafür ganz nettes Feature. Sind wir nämlich gerade auf der Farm unterwegs und warten auf die nächste Ernterunde oder ähnliches, begeben wir uns auf Mitarbeiterjagd.

4 in Folge! Je mehr Mitarbeiter wir hintereinander erwischen, desto mehr Dollar erhalten wir.

Je weiter wir mit dem Farmausbau voranschreiten, desto kniffliger wird die Sache. Gebäude, die im späteren Spielverlauf dazukommen, beanspruchen eine deutlich längere Bauzeit. Das Schlimme an der Sache ist, dass mehrere Bauprozesse zur gleichen Zeit schlichtweg nicht möglich sind. Ist Gebäude A also in 2 Stunden fertig, geht erst danach die Arbeit an der zweiten Baustelle weiter. Mehrere Vorgänge automatisch nacheinander zu starten, funktioniert ebenfalls nicht. Wer in die Tasche greift, kann den Bauprozess mittels der Premium-Währung Gold beschleunigen. Das gilt übrigens auch für alle anderen Bauprozesse.

Aufgabe für Aufgabe ganz nach oben

Du sagst es..."So viel zu tun".

Auf unserer Farm arbeiten wir nicht nur so für uns hin. Bei jedem Levelaufstieg kommen neue Aufgaben auf uns zu, die wir jederzeit abarbeiten können. Unter anderem gilt es für uns 350 Eier abzuliefern, Sammelobjekte zu finden, unsere Farm zu vergrößern oder 25 Einheiten Hühnerfutter zu produzieren. Zwar handelt es sich dabei nicht um die kreativsten Quests, doch sie sind abwechslungsreicher als in manch einem anderen Spiel und wir sind immer gut beschäftigt. Außerdem helfen sie uns dabei, unsere Farm zu vergrößern und weiterzuentwickeln, sie sind also gut an unser Level angepasst. Ungeduldige Farmer greifen auf drei besondere Mitarbeiter zurück:

  • Mechaniker Steve Screwdriver
  • Tierärztin Vicky Ventura
  • Plantagen-Expertin Eva Apple

Zwar erhöht das Trio unseren Ertrag für fünf Tage um zehn Prozent und hilft uns damit, Aufgaben schneller zu erledigen. Doch ihr ahnt es schon: Sie kosten Bares. Ganze 890 Goldmünzen möchte der Publisher für einen Helfer kassieren. Natürlich finden wir daneben noch andere Premium-Helferlein in Form von Hühner-, Schweine-, Ziegen- und Kuhfutter oder Dünger und Humus. Exklusivere Gebäude wie das schicke Wohnhaus oder bestimmte Event-Dekorationen bleiben ebenfalls nur der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Oder allen Spielern, die ihr erspieltes Gold langwierig anhäufen. Sind all die Aufgaben erledigt oder in der Warteschleife, widmen wir unsere Aufmerksamkeit verschiedenen Missionen. In jede Mission, die wir annehmen, investieren wir Ansehenspunkte. Die Aufgaben fangen alle zu festgelegten Zeiten an – schnell zur Mission anmelden, Aufgabe erledigen und Belohnungen abgreifen (beispielsweise haufenweise Dollar, Erfahrungs- und Ansehenspunkte). Aber wir spielen nicht nur für uns alleine. Wir haben außerdem die Möglichkeit, uns einem Bündnis anzuschließen und gemeinsam mit unseren Verbündeten Projekte anzunehmen. Dazu benötigen wir eine bestimmte Anzahl an Sammelobjekten, die wir bei der täglichen Farmarbeit ausfindig machen. Unter anderem liefern wir in Zusammenarbeit mit anderen Spielern einen Haufen Mais ab, denn im städtischen Kino läuft ein Blockbuster – ohne Mais kein Popcorn und ohne Popcorn kein Kinobesuch. Daneben finden wir einen Forschungsbereich vor, mit dem wir bestimmte Prozesse optimieren. Neben dem Besuchen anderer Bauernhöfe stehen uns also durchaus weitere Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Farmern zur Verfügung.

Eine kleine Rundreise ist immer mal drin.

Gerade bei den Gemeinschaftsaufgaben müssen alle mit anpacken. Das ist aber leichter gesagt als getan. Darüber hinaus finden im Dorf spezielle Aktionen wie das Märchen-Festival statt, bei denen wir viele Aufträge erhalten und auch mal Premium-Geschenke abgreifen.

Pro
niedliche Grafik...
viele Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Spielern
reichlich Quests - für Beschäftigung ist gesorgt
Bauernhofvergrößerung + weitere Farmen (Schlemmerfarm etc.)
Premium erspielbar
Contra
...aber zu wenige Mitarbeitertypen und Tieranimationen
nur 3 Zoomstufen
Soundeffekte ausbaufähig
sehr langwierige Bauprozesse

4/5 Sterne

Noch eine Bauernhof-Simulation...

Goodgame Big Farm ist alles in allem eine komplexe Bauernhof-Simulation, die es sich für Fans des Genres anzusehen lohnt. Nicht nur die (hoffentlich glücklichen) Mitarbeiter sind nett anzuschauen, auch die verschiedenen Events bringen Leben auf den Acker. Die Grafik selbst ist liebevoll gestaltet, leider sind noch zu viele Doppelgänger auf unserer Farm unterwegs. Auch die Tiere verhalten sich eher ruhig, einige Animationen mehr sind wünschenswert. Nach mehreren Stunden Spielzeit finden wir nach wie vor neue Gebäude oder Features vor. So schalten wir beispielsweise ab Level 25 eine Schlemmerfarm frei, ab Level 35 folgt die Blumenfarm und die nächste Erweiterung ist auch schon in Sicht. Sehr gut! So komplex wie Farmerama ist das Browsergame derzeit aber allemal nicht – muss es auch gar nicht, viel Abwechslung ist trotzdem vorhanden. Regelmäßig vorbeischauen ist allerdings Pflicht. Andernfalls kommt der Wirtschaftskreislauf schnell zum Erliegen und wir müssen nochmal ordentlich ran, um alles anzukurbeln. Für Gelegenheitsspieler ist die Simulation weniger geeignet, vor allem, wenn Bündnisprojekte anstehen, bei denen alle mitmachen sollten. Zwar stimmen die zusätzlichen Bauernhöfe und Events positiv. Wirklich Überraschendes (von der Märchen-Aktion und ähnlichem einmal abgesehen) bietet das Browsergame für erfahrene Online-Farmer nicht. Das ist aber auch kein Wunder bei dem übersättigten Markt der Farmspiele.

Alle Infos zur Schlemmerfarm

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